Das Nützliche und das Angenehme

Der Bericht hat jetzt etwas gedauert, die ganze Angelegenheit fand schon im April statt, aber im Urlaub mit strahlendem Wetter habe ich einfach nicht die Muße gefunden, den Bericht zu schreiben.

Mit dem Herrn Becker vom Schlau Handwerkermarkt war ich ja schonmal im Versorgungscamp in Altenburg. Damals wurde uns ein großer Bedarf an Voll- und Abtönfarbe gemeldet, damit kann bei einer Renovierung flexibel auf Farbwünsche eingegangen werden. Daraufhin ist der Herr Becker hingegangen, und hat uns eine Liste erstellt, mit dem was da alles an brauchbarem Material am Lager ist. Da kam einiges zusammen, und es wurde eine Palette mit der Farbe zusammengestellt.

Das ist das Nützliche.

Es ist bekannt, dass ich ein großer Fan von VW-Bussen der Heckmotorgenerationen (T1-T2-T3) bin. Mein T2 Kasten hat sehr, sehr lange unter Inkontinenz gelitten. Das wurde endlich abgestellt und ist eine eigene Geschichte. Jetzt muss auf jeden Fall der Motor wieder eingefahren werden.

Das ist das Angenehme.

Warum nicht also einfach beides verbinden? Ich schnappe mir also meinen Kastenwagen und mache mich auf nach Bonn, dort wartet schon die Palette mit der Farbe auf den Kasten und mich.

Schlau Handwerkermarkt

Herr Becker lädt mir die persönlich mit der Ameise ins Auto. Der Wagen, der ursprünglich beim Katastrophenschutz in Nordrhein-Westfallen gelaufen ist, kann also nochmal seiner Bestimmung nachkommen.

Den Weg von Bonn nach Altenburg kenne ich ja nach meinem Reinfall mit dem Navi letztes Mal, ohne Unterstützung geht es zum Versorgungscamp. Herr Becker fährt im eigenen Wagen mit, er interessiert sich auch für den Fortschritt im Ort. Den gibt es aber nur punktuell, statt Neuaufbau stehen weitere Häuser vor dem Abriss, dazu der Schaden, den der Brand kurz zuvor in dem zum Versorgungscamp zugehörigen Wohnhaus angerichtet hat. Es ist wirklich eine Katastrophe und es beeindruckt, wie gelassen Petra das alles kommentiert. Die Brandursache kann nicht geklärt werden, das ist schon bekannt. Ich wünsche wirklich, dass da jetzt mal ein Ende mit dem ganzen Pech und Unglück ist.

Vollton- und Abtönfarbe: Nützlich

Aber das Camp funktionierrt weiter, flugs sind ein paar Helfer engagiert und die Palette wird von Hand entladen. Das bringt hoffentlich wieder etwas Farbe nach Altenburg.

Bevor ich mich wieder auf den Heimweg mache, schaue ich noch bei Frank und Horst vorbei, auf dem Weg habe ich das Katastrophenschutzauto in dem immer noch bestehenden Katastrophenszenario abgelichtet.

Die Katastrophe ist noch nicht rum, ganz im Gegenteil

Im Gasthaus Faltin habe ich mir dann die Installation von unserem Frank und Jens angeschaut, die LED-Kassettenlampen sind wirklich der Hammer.

Nach Hause fahre ich bei dem schönen Wetter über Dernau. Ich selbst habe mich ja noch nicht vor dem Flutkunsthaus abgelichtet, da darf heute der Bus Modell stehen…

Das mit den 11 Minuten ist wahr!

Mir hat die positive Kraft, die von diesem Ort ausgeht, immer gut gefallen, da war schon früh wieder Farbe und Zuversicht im Ahrtal!

Die Heimfahrt verläuft unspektakulär, am Abend habe ich ein paar Einfahrkilometer hinter mir und hoffentlich auch etwas Farbe ins Tal gebracht!

Vielen Dank nochmal nach Bonn an den Handwerkermarkt Schlau und den Herrn Becker für die großzügige Unterstützung! Und von mir nochmal Danke für den Kaffee!

April, April

Endlich ist es mal wieder Ahrzeit!

Ihr wisst nicht, was das ist? Ahrzeit ist die Zeit, die man als Helfer vor Ort im Ahrtal bei neuen Freunden verbringt, ein unglaublich befriedigendes Gefühl, zumindest ein klein wenig beim Wiederaufbau dabei zu sein. Falls ihr das nicht kennt, wir nehmen immer noch gerne Helfer mit vor Ort.

Dieses Mal geht es früh in der Woche Richtung Altenburg, am Donnerstag habe ich einen Termin bei der Firma Schlau in Bonn. Der Herr Becker dort hat uns eine Liste mit Material zusammengestellt, welches wir an das Versorgungscamp weiterleiten können. Gleichzeitig kann ich dann hochwertige Mineralfarbe mitnehmen, damit möchte ich den Vorratskeller anlegen.

Die Fahrt nach Bonn ist nicht angenehm, es stürmt und regnet heftig, stellenweise muss ich Schrittgeschwindigkeit fahren. Dafür geht es dann in Bonn schnell, das Material steht schon auf einer Palette bereit, die Listen nehme ich mit nach Altenburg. In so einem gut sortierten Fachmarkt muss ich mich schon zusammenreißen, es gibt so tolles Material und Werkzeug. Ich bleibe besonnen und nehme nur mit, was auf dem Einkaufszettel steht.

Dann lerne ich mal wieder, wie verpeilt man in der modernen Zeit ist: Ich sage dem Navi “Nach Altenburg fahren” und folge stur den Anweisungen, ohne viel zu schauen. Schon an der ersten Autobahnabzweigung denke ich mir, das ist aber falsch. Ich schaue aufs Navi und stelle fest, dass als Zielort Altena bei Lüdenscheid angegeben ist. Das kommt davon, wenn man durch den Bart ins Navi nuschelt. An der nächsten Abfahrt wird die Richtung gewechselt und es geht nach Altenburg. Den Ort Altena sollte ich am Freitag noch einmal hören, aber in einem traurigen Zusammenhang.

In Altenburg geht dann der erste Weg ins Versorgungscamp, im Angebot habe ich Voll- und Abtönfarbe in Orange, Chromgelb, Blau, Oxydgrün, Nachtblau und und und. Wird gebraucht, kann ich also vermitteln. Check.

Zum Mittagessen ins Verpflegungszelt, dort ist kaum etwas los, nur der Stammtisch ist besetzt. Ich treffe aber Sandra, für ihre Mutter haben wir dieses Wochenende eine große Überraschung. Da freuen wir uns riesig drauf! Wir verabreden uns für Samstag, Frank und Jens wollen ja auch noch nach Altenburg kommen.

Gestärkt geht es zu Frank Faltin in die Kreuzberger Straße, da ist der Vorratskeller diese Woche mein Arbeitsplatz. Wir hatten neulich schon Platz gemacht, der Rest ist schnell geräumt und ich kann loslegen. Ich bin selbst gespannt, wie der Raum mit frischer Farbe ausschaut. Licht und Strom hatten Jens und Dirk ja bei dem letzten Besuch gelegt.

Den Fortschritt habe ich mal in der Fotogalerie zusammengefasst. Anstreichen ist ja immer eine dankbare Aufgabe, aber hier ganz besonders. Es tut richtig gut, zu sehen, wie die Wand in das satt deckende Weiß getaucht wird. Draußen regnet und stürmt es weiter, aber in dem Kellerraum bekomme ich davon nichts mit, der Ofen macht mollig warm. Da kann die Farbe gut trocknen.

Am Abend schauen wir abwechselnd Darts und Fußball im Fernsehen, beides spannend. Horst ist Regelfest und kann einige meiner Fragen zu Darts beantworten. Da lerne ich auch noch was. Van Gerwen gewinnt, spektakulär, wie der die Scheibe trifft.

Auf dem Weg zum Frühstück komme ich am Freitagmorgen am Versorgungscamp vorbei, dort sagt ein Schild: “Heute geschlossen”. Im Verpflegungszelt erfahre ich auch warum: Frank Herbel aus Altena ist gestorben und wird heute beerdigt, die Mannschaft erweist ihm die letzte Ehre.

Ohne Frank gäbe es das Versorgungscamp in der Form wohl nicht, auch er war Altenburg zutiefst verbunden. R.I.P., Frank!

Den Tag über bin ich weiter im Vorratsraum beschäftigt, es geht voran. Bis Frank und Jens eintreffen bin ich dann für heute auch fast fertig,am Abend hocken wir gemütlich bei Schwenker und einem Schoppen aus Rheinhessenwein. Auch hier lernen wir wieder etwas: es gibt nicht nur Flutwein, auch Sprudel gibt es in der Flut Ausgabe mit Schlamm!

Ahrtal Quelle – Flut Edition

Am Samstag streiche ich fertig, so weit wie ich kann, in der Zwischenzeit kümmern Frank und Jens sich um die abgehängte Decke in der Küche. Die LED-Panelen sind vor kurzem eingetroffen und können montiert werden. Frank hat eine Poliermaschine dabei und bringt die Deckenplatten auf Hochglanz. Der Lichtschacht wird auch noch verkleidet, da kommen durchscheinende Platten drunter, saubere Lösung!

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Dann kommt der große Augenblick, Sandra und Achim sind daheim und wir können endlich die Überraschung präsentieren! Mit ein Grund für die Gründung unseres Vereins ist es ja, der Familie Weingarten beim Wiederaufbau zu helfen. Um das Haus haben sich ja die Handwerker von der Bergstraße in beeindruckender Weise gekümmert, aber wir können auch noch einen Beitrag leisten: Wir haben für die beiden Mädels und für die Mama von Sandra je einen Einkaufsgutschein im Wert von 5000 Euro besorgt.

5000 € für die Mädels

Stellvertretend nehmen Achim und Sandra den Gutschein für die Töchter in Empfang. Beide Gutscheine waren nur möglich durch die großzügigen Spenden, sowohl direkt an unseren Verein, aber auch beim Marktfrühstück.

5000 € für Ottilie

Auch die Spende für Ottilie nehmen die beiden entgegen, dafür werden Möbel angeschafft, es sind ja keine mehr da!

An der Stelle eine Anmerkung: ich werde oft gefragt, ob wir immer noch ins Ahrtal fahren und die Antwort ist: Ja, das tun wir! Es ist noch sehr viel Arbeit und Geld notwendig, bis es dort wieder einen Hauch Normalität gibt. Vereinzelt sind die Arbeiten abgeschlossen, aber nur zum kleinsten Teil. Auch wir brauchen weiterhin Unterstützung, um unser Ziel erreichen zu können. Spenden könnt ihr an uns gleich hier:


In Altenburg sollen noch, selbst nach 8 Monaten, noch bis zu 20 Haeuser abgerissen werden, immer noch stehen viele Familien vor dem kompletten Verlust ihres Zuhauses. 2 Häuser habe ich allein in den paar Tagen fallen sehen. Also bitte: bleibt weiter großzügig mit der Hilfe, sie wird gebraucht! Auf dem Foto ein Beispiel, furchtbar viel Arbeit in die Sanierung gesteckt und es hat doch alles nichts genutzt: Heizöl machte das stattliche Haus unbewohnbar.

Abriss nach Monaten mit unendlich viel Arbeit

Später fahre ich Sandra noch an das Verteilzentrum in Gelsdorf, hier konnten sie eine gespendete Waschmaschine entgegennehmen. Ich bin das erste Mal da oben, toll organisiert und Moni hat uns ein wenig von der Arbeit da erzählt. Auch dort wird weiter jede Hilfe gebraucht, die Probleme im Ahrtal sind ja nicht auf einmal weg, das wird noch sehr lange dauern!

Am Verteilzentrum für Spenden, Danke!

Wieder zurück mache ich meine Arbeit fertig, zum guten Schluss findet der Feuerlöscher wieder seinen Platz. Das sieht doch alles schon wieder sehr normal aus! Das Loch mache ich nächstes Mal zu, ich wollte nicht wegen einer handvoll Material extra ins Versorgungscamp.

Sieht wieder normal aus

Gegen halb vier, pünktlich zum Beginn des Spiels Köln gegen Mainz, bin ich mit allem fertig und schwinge mich ins Auto. Ich hätte gerne noch das Spiel geschaut und mitbekommen, wie die beiden Franks sich hochnehmen, aber ich will auch wieder heim.

Unterwegs höre ich dann, dass es zur Halbzeit 0:1 für Mainz steht. Hoffentlich können die das halten.

Zu Hause lerne ich dann, dass die Befürchtungen von unserem Frank berechtigt waren: 0:1, 0:2, 1:2, 2:2 und dann noch 3:2. Na ja, ein Frank war da wohl trotzdem zufrieden! Ein Unentschieden hätte es aber auch getan, oder?

Am Sonntag schickt Jens mir dann noch ein Foto, die sind fertig geworden wie gedacht. Die Lichtpaneele sind wirklich toll, keine Leuchten mehr, die schwierig zu reinigen sind.

Wow, das sieht gut aus.

Es macht halt doch mehr Spaß, etwas aufzubauen als nur abzureißen und Schlamm zu entfernen. Das hat sich diese Woche wirklich gelohnt und uns auch wieder zufrieden gemacht, wir freuen uns schon auf den nächsten Einsatz.

Und was die Überschrift angeht: Nein, der Bericht ist kein Aprilscherz, das ist alles so passiert!

Es werde Licht!

Die letzten Wochen waren ja hauptsächlich durch die Aktivitäten für die Bürgerinitiative Ortskern Ober-Saulheim rund um den Kösterhof geprägt, da war volle Aufmerksamkeit gefragt. Am Freitag konnten wir dann endlich die Unterschriftenliste zu unserer Petition an die Kreisverwaltung übergeben, kaum daheim stand dann auch schon Jens mit Dirk vor der Tür und wir haben uns auf den Weg nach Altenburg gemacht.

Auf dem Zettel hatten wir einige Elektro- und Reinigungsarbeiten sowie Vorbereitung. Jens hat moderne LED-Leuchten besorgt, die sollen im Heizungs- und Vorratsraum angebracht werden und die provisorische Beleuchtung ersetzen.

Wir kommen ungeplant spät in Altenburg an, der Tunnel war wegen Kanalarbeiten nicht befahrbar. Jens hatte Weck, Worscht und Woi besorgt, ein gemütlicher Fernsehfastnachtabend ist aber wegen der Ereignisse in der Ukraine ausgefallen. Nach Narretei steht einem da wirklich nicht der Kopf. Um zu sehen, wie Leid aussieht, braucht man im Ahrtal wirklich nicht weit zu gehen.

Aber ein Angriffskrieg in der heutigen Zeit? Das war bis gestern unvorstellbar!

Bevor wir dann am Samstag loslegen schauen wir noch bei der Familie Weingarten vorbei, dort sind die Helfer von der Bergstraße aktiv und ziehen einen neuen Zaun. Wir können gleich helfen, räumen erst mal Holz, welches im Weg liegt, aus den Füßen. Der Sturm der letzten Tage hat einen Kirschbaum umgeworfen, der wird klein gemacht und auch aus dem Weg geräumt. Zum Glück haben die Bergsträßler eine Motorsäge dabei, das wäre ganz schön mühselig geworden.

Zurück im Gasthof Faltin legen wir dann los, Dirk und Frank sind im Vorratskeller aktiv, Strippen werden verlegt und die Leuchten angebracht.

Die Leuchten werden angebracht und mit Strom versorgt.

Das Ganze ist aufwändiger als gedacht, aber irgendwann liegen alle Kabel, die Schalter sind gesetzt und die Leuchten bringen endlich ordentlich Licht:

Es werde Licht: die Leuchten sind montiert.

Damit sind wir für heute im Keller fertig, als wir dann in den Gastraum kommen dürfen wir eine Premiere erleben! Ein Elektroschaltschrank soll seinen neuen Platz im Nebenraum in einem alten Fensterdurchbruch finden, dazu muss dieser verschlossen werden. Das ist heute Chefsache: Frank setzt die Steine persönlich! Sichtlich stolz sehen wir noch, wie er die letzten Fugen verschließt. Ob Frank ein neues Hobby gefunden hat?

Frank, der Baumeister

Beim Frühstück im Versorgungszelt ist dann die Altenburger Dekoabteilung aktiv, trotz all dem Drama soll ein wenig Freude ins Tal gebracht werden. Die Mischung aus Desinfektionsmittel und Luftschlangen ist schon speziell und irgendwie sinnbildlich.

Alaaf – Helaaf – Helau

Jens und ich haben passend unser Alaaf – Helaaf – Helau Shirt an, mit Karneval und Fastnacht ist ja die Verbindung zu Altenburg zustande gekommen.

Zurück bei Frank kümmere ich mich mal um die letzten Meter der Regenrinne, da war bisher nicht gut dranzukommen. Werner leiht mir seine Leiter und ich lege los. Kaum auf der Leiter: Mist! Der Kram ist gefroren, in der Nacht waren es minus 8 Grad…

Die Rinne wird gesäubert

Ich will schon fast wieder aufgeben, da merke ich, dass ich den Schmutz einfach mit der Spachtel trennen kann und dann am Stück raus heben kann. Ganz schön gut!

Drinnen setzen Jens und Dirk die Leuchten im Heizraum, währenddessen kommen noch Nicole und Markus vorbei. Denen hatte ich auf ihren Wunsch die Ahrktivist:in Shirts umgestaltet, prompt kamen sie und haben die Frühjahrskollektion vorgestellt:

Nicole und Markus

Wir können ein Schwätzchen halten, allerdings nicht beim Mittagessen im Verpflegungszelt: Die Karnevalisten haben eindeutig das Zepter übernommen!

Nach dem Essen gehen wir zu Werner und Vera, da geben wir ein paar Sachspenden ab. Ich war dieses Mal in der Ferienwohnung von den beiden untergebracht, Danke nochmal von meiner Seite.

Als das Werkzeug dann im Auto verstaut ist, nochmal kurz zu Achim und Tschüss gesagt. Die Handwerker von der Bergstraße sind immer noch aktiv, gestern Abend haben die schon bis weit nach 21:00 Uhr geackert. Hut ab! Mit der Frage, ob wir einen halben Tag Urlaub haben, verabschieden sie uns lachend.

Bei schönstem Wetter, anders als auf der Hinfahrt, geht es dann wieder Richtung Saulheim. Und da ist es wieder: das Gefühl von Zufriedenheit, wenn man ein klein wenig helfen konnte!

Alle Wege führen nach Rom

So sitze ich heute im Auto und bin nicht auf dem Weg nach Altenburg, mein Ziel ist Ober-Ramstadt bei Darmstadt.

Was ich da will? Ihr erinnert Euch an Jenny und Sascha, beide seit dem ersten Einsatz in Altenburg mit von der Helferpartie. Sascha ist Mechatroniker bei Ford Bermond in Ober-Ramstadt. Er hat mitbekommen, wie ich die Spendenbox bei Franz auf dem Alzeyer Weihnachtsmarkt platzieren konnte. Die Idee fand er gut und hat dann mal in seiner Firma nachgefragt, ob dort auch eine Box aufgestellt werden kann.

Ja, kein Problem, machen wir gerne!

Die Box möchte ich persönlich übergeben und unser Projekt Wunschbrunne vorstellen. Gestern habe ich mit Sascha den Termin vereinbart, heute um 13:00 Uhr bin ich dann auch da.

Sascha hat mich kommen sehen und begrüßt mich gleich, dann kommt auch schon Frau Thiel, sie nimmt die Box entgegen. Der Augenblick muss natürlich festgehalten werden. Ich ziehe den Bauch ein und vor dem tollen Oldtimer überreiche ich die Box Corona konform mit ausreichend Abstand. Auf dem Bild habt Ihr Sascha, Frau Thiel und mich.

Im Anschluss gehen wir noch zur Theke und wir unterhalten uns über unsere Aktivitäten im Ahrtal. Nebenan sitzt gerade ein Kunde, er verfolgt unser Gespräch, springt auf und sagt: “Darf ich der erste Spender sein?”

Darf er, der Moment wird natürlich auch festgehalten und hier ist der Beweis:

Erste Spende
Die erste Spende in Ober-Ramstadt ist schon da

Dankeschön, so kann es gerne weiter gehen! Danke auch an Frau Thiel für das schöne Gespräch, Sascha für das Einfädeln und der Firma Ford Bermond in Ober-Ramstadt für das Einverständnis!

Ich mache bei Gelegenheit noch einen passenden Flyer, um besser auf die Box aufmerksam zu machen…

Übrigens: während ich mir einen faulen Lenz mache ist Frank schon wieder vor Ort und am Reparieren, was das Zeug hält.

Endlich Altenburg! Endlich AHRktivist!

Es war ja etwas ruhig mit Berichten aus dem Wunschbrunne Verein und Aktivitäten im Ahrtal geworden, zuletzt gab es ja nur noch einen Instagram Post von unserer Vorstandssitzung, seither war hier Ruhe.

Norbert, Frank, Jens & Torsten

Eventuell dachtet ihr schon, wir seien eingeschlafen. Ich muss zugeben, durch unerwartete Ereignisse in Ober-Saulheim war ich abgelenkt und stellenweise auch wie gelähmt, dazu werde ich demnächst hier berichten; im Moment ist das leider noch etwas früh! Jetzt heißt es aber endlich wieder nach Altenburg, Jens und ich freuen freuen uns wie Bolle!

Jens ist am Freitag schon vor und nimmt einen kleinen Tiefkühlschrank mit, den hat Ernst-Ludwig besorgt. Den Freitagabend brauche ich noch für mich, da konnte ich mich noch nicht auf den Wunschbrunne konzentrieren.

So sitze ich Samstag im Auto auf dem Weg nach Altenburg, ein gutes Gefühl und willkommene Ablenkung, die ich gebrauchen kann. Die erste große Überraschung, als ich von Altenahr nach Altenburg komme: Das Geländer an der Promenade ist repariert! Hier war der erste Einsatzort von Frank, Freddie und Jens in Altenburg, nachdem das von Schmutz und Unrat befreit war haben sie Achim kennengelernt und der Wunschbrunne nahm seinen Lauf. Dieser Ort gehört zur DNA vom Wunschbrunne und dass sich hier etwas getan hat, tut unendlich gut!

Das Geländer ist repariert!

Jens treffe ich bei Vera und Werner, bei den beiden gibt es einen Kaffee und mit Jens kann ich den Tagesablauf besprechen.

Zuerst geht es zu Achim, seit Freitag ist der aus der Reha raus, wir treffen ihn in der Wohnung der Schwiegermutter. Wir freuen uns, ihn endlich wiederzusehen, gut sieht er aus, Gott sei Dank sind die Operationen an Knie und Hand gut verlaufen.

Die Handwerker von der Bergstraße haben mal wieder ganze Arbeit geleistet, innerhalb von anderthalb Wochen wurde die Hütte verputzt! Der Estrich ist stellenweise auch schon gelegt, im Zugang zum Keller müssen noch ein paar Fliesen weg, dann kann der Estrich auch im Flur gemacht werden.

Im Garten finden wir den ehemaligen Deckel vom Brunnen, den schleppen wir zu Frank und können endlich das Kanalloch verschließen, eine Gefahr weniger!

Wir haben den Deckel drauf gemacht!

Im Versorgungscamp versuchen wir vergebens, einen Standardkühlschrank aufzutreiben, damit wir eine Singleküche aufbauen können. Falls also jemand einen Kühlschrank über hat: wir brauchen einen!

Im Verpflegungszelt treffen wir dann Sandra, deren Mutter wird heute 70! Hätten wir das gewusst, hätte es sicher ein paar Blumen gegeben, so nächstes Mal.

Wir sprechen mit Kerstin Müller, eine gute Seele im Verpflegungszelt, sie kann sich jederzeit an uns wenden, wenn sie denkt, wir können unterstützen. Das können wir gleich mal üben, Rosa spricht uns an, mit ihrer Hilfe können wir einen Kaffeeautomaten günstig besorgen und damit einen Wunsch erfüllen: Geht doch!

Kaffeeautomat

Wir kommen mal auf einen Kaffee vorbei!

Im Gasthof Faltin geht es dann im Vorratsraum weiter, als Erstes müssen wir uns Platz schaffen, damit wir an die Wände und Decken kommen, auf die kann so langsam wieder Farbe drauf. Zwischendrin besucht uns Ernst-Ludwig, der hat einen Ölbrenner nach Ahrweiler vermittelt und nutzt die Gelegenheit, weitere Spenden im Versorgungscamp abzugeben. Er hat Frau und Enkel dabei, die werden in Zukunft auch beide als Zeugen aus dem Tal berichten können!

Wir räumen und schaffen Kabeltrommeln und Kabelage aus den Füßen; die beste Idee hat Jens, als er beschließt, den Heizungsraum wieder zentral mit Strom zu versorgen. Frank kann es kaum glauben, dass die Lichtschalter wieder funktionieren, die waren jetzt ein halbes Jahr außer Funktion. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber es ernährt sich!

Auf dem Heimweg denke ich dann viel über die nächsten Schritte in Altenburg nach, Jens und ich konnten einiges erreichen und in die Wege leiten, es geht weiter. Irgendwann bin ich mit meinen Gedanken dann wieder am Rathausplatz und in der Nieder-Saulheimer Strasse: So sitze ich jetzt hier und bin beim Verfassen meines Berichtes doch mehr melancholisch als gewünscht, aber das wird, versprochen!

Ich bin mit dem Bericht fertig, da kommt noch eine Nachricht von Nicole (Achims Schwester) und ihrem Mann Markus. Eigentlich wollten wir uns heute in Altenburg treffen, daraus wurde leider nichts, ich musste ja in eigener Sache schon früher abreisen. Die beiden haben heute die Fliesen in Achims Flur weggestemmt und sind daher nun in allen 3 Disziplinen, Eimern, Schaufeln und Meisseln, als AHRktivistin und AHRktivist aktiv gewesen, somit haben sie sich das Shirt bzw. den Aufkleber redlich verdient! Den Beweis gibt es hier, Shirt und Aufkleber in unserem Shop:

Nicole bei der Arbeit

Ich freue mich schon auf unser nächstes Treffen, die beiden mit ihrer ganzen Gang sind coole Socken! Bis bald!

Ich besorge jetzt mal Farbe…

On the road again

“Just can’t wait to get on the road again” singt Willie Nelson in seinem Lied, aber da heisst es auch “Goin’ places that I’ve never been”. Das ist allerdings bei mir nicht der Fall: Es geht wieder nach Altenburg.

Bevor ich losfahre etwas Hintergrund, wie es zu der gestrigen Tour kam: Das Versorgungscamp hatte uns ja eine Liste mit gesuchtem Material geschickt, auf der Liste stand unter Malerbedarf auch die Bitte um weiße Farbe. Angela ist ja eben ihr Haus am Renovieren und hat sich bei der Farbe für Farben der Farbwerke Meffert in Bad Kreuznach entschieden. Mir kam da der Gedanke, dass es ja nicht schaden kann, mich einmal dort mit einer Bitte um eine Materialspende zu melden.

Kurz vor Weihnachten schicke ich eine E-Mail mit der Anfrage da hin, im neuen Jahr melde ich mich dann gleich noch einmal telefonisch. Es ist Montag und die supernette Dame am Telefon bittet mich, mich dann am Freitag noch einmal zu melden, um nachzufragen.

Ich rufe also an und die Antwort ist: Wir haben Ihnen eine Palette mit circa 300 Liter weißer Farbe fertig gemacht. Da will ich nicht lange warten und habe für Montag (mal wieder) den Bus von Alex organisiert, die erste Fahrt am Montag geht dann nach Bad Kreuznach. Empfangen werde ich von Peter Meffert und wir haben etwas Zeit, um über die Lage an der Ahr zu sprechen. Die Firma Meffert engagiert sich bereits umfangreich an der Ahr und hat zum Beispiel einen betroffenen Kollegen sehr großzügig unterstützt.

Vor Tor 8 steht dann schon der Stapler mit der Palette bereit, ruckzuck ist die eingeladen.

Ruckzuck verladen

Weiter geht es zu Ernst-Ludwig nach Schornsheim. Der hat einen 1200 Liter Öltank, den wir an Frank Faltin vermittelt haben. Ernst-Ludwig hat auch alles bestens vorbereitet, der Tank steht gesichert auf Rollbrettern. Zwei seiner Söhne sind da, um zu helfen, und so geht auch hier alles zügig voran. Die Rampe an Alex’ Wagen ist Gold wert! Ich konnte den Tank halt erst als zweites verladen, ich wusste ja nicht, ob er noch hinter die Palette passt. Der steht so press, da musste ich noch nicht mal etwas verzurren.

Während wir den Tank verladen unterhalten wir uns und Ernst-Ludwig wird neugierig. Nachdem er sich vergewissert hat, dass ich noch am Abend wieder daheim bin, trifft er spontan die Entscheidung: Ich fahre mit.

Kein Problem, er isst noch schnell zu Mittag (Kohlrouladen, sehen lecker aus); ich bin auch eingeladen, aber noch vom Frühstück satt.

So sitzen wir dann zusammen im Transporter auf dem Weg nach Altenburg, es gibt viel zu erzählen und die Fahrt vergeht wie im Flug.

Der erste Weg geht dann zu Frank, hier laden wir den Tank aus. Frank parkt sein Auto um, und so kann ich hoch bis an die Terrasse vorm Haus fahren. Wir sind zu viert, Frank, Horst, Ernst-Ludwig und ich. Ein paar Heizkörper verschoben und wir haben Platz genug, um bis in den Vorratsraum zu fahren. Dank Rampe und Rollbrettern alles kein Problem, hätte ich nicht gedacht!

Bisher hat Frank sich mit 200 Liter Fässern provisorisch beholfen, um die Heizung mit Öl zu versorgen. Die mussten mühsam mit Kanistern befüllt werden. Mit dem großen Tank kann jetzt endlich auf (etwas) Vorrat getankt werden. Alles hilft!

Dann bei Weingartens vorbeigeschaut, ist aber niemand da. Es steht aber schon der ganze Putz im Hof, da geht es wohl bald wieder rund!

Weiter zum Versorgungscamp, hier geht es auch wieder rasend schnell, unter der Woche im Winter ist halt wenig Betrieb.

Bizepstraining

Es gibt Gott sei Dank Betroffene, die schon wieder Farbe gebrauchen können, von Achims Schwager weiß ich, dass seine Familie zwischen den Jahren schon wieder in ihr Haus zurückkonnten. Nicht viele sind so weit, aber dass es das überhaupt gibt, macht schon Hoffnung.

So, jetzt noch zu Werner, um die Sachspenden loszuwerden. Heute haben wir 3 Nähmaschinen, einen Eierkocher, eine Heißluftfritteuse und die fehlende Fernbedienung der kleinen Stereoanlage dabei. Alles schon vermittelt.

Vera hat mir aus dem Verpflegungszelt einen Teller mit Nudeln und Schweinegulasch besorgt, in der Mikrowelle wird das schnell warm gemacht, jetzt habe ich auch Hunger. Das Gulasch ist gut und Werner bestätigt, dass sie mit den Mahlzeiten im Zelt zufrieden sind. Gott sei Dank, da gab es ja die schlimmsten Befürchtungen.

Trotzdem ist Vera geknickt, kein Wunder: in der neuen Küche gibt es keinen Herd oder Kühlschrank, die Chips fehlen für die Platinen, nicht lieferbar. Der Tisch wirft auf der Oberfläche eine Beule und es wurden falsche Dachfenster verbaut. Jetzt könnte es endlich vorangehen und dann so ein Mist, ich kann gut verstehen, dass nach der ganzen Anspannung die Nerven blank liegen und sie am liebsten losheulen möchte. Das ist nicht mit einem Shit happens abgetan, leider. Trotzdem: Den Mut nicht verlieren!

Ernst-Ludwig und ich sitzen dann wieder im Transporter und machen uns auf den Heimweg, wieder einmal durch den Tunnel und dann durch das geschundene Tal. Es wird so langsam dunkel und die Narben sind nicht ganz so deutlich zu sehen, trotzdem ist Ernst-Ludwig beeindruckt und geschockt. Er meint, erst jetzt kann er die Bilder aus dem Fernsehen und der Zeitung etwas einordnen, da kann ich ihm nur recht geben.

In Gensingen noch schnell an die Tanke, dann sind wir auch schon wieder daheim. On the road again ist schön, aber daheim ist auch wieder schön!

Auf der Couch checke ich dann noch mal meine Nachrichten, Jens hat sich gemeldet: Die Sammelaktion mit der Spendenbox beim Angelverein Wörrstadt/Wallertheim hat 210 € ergeben, geht wie immer alles an die Ahr, Dankeschön!

Sammelaktion Angelverein

Bedanken möchte ich mich auch nochmal bei den Farbwerken Meffert für die Unterstützung und selbstverständlich bei Ernst-Ludwig für die kurzweilige Unterhaltung!

HELAAF!

Die Diskussion, ob es korrekt HELAU oder ALAAF heißt, gibt es bereits beim ersten Kontakt von Jens und Achim.

Beim Recherchieren zu diesem Artikel fand ich bei SAT1 folgendes Zitat:

Andere Städte, andere Narrenrufe. Entlang der ripuarisch-moselfränkischen Sprachgrenze, also etwa auf der geografischen Höhe von Bonn – Bad Neuenjahr-Ahrweiler verläuft die Nord-Süd-Grenze zu ‘Helau’. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Ob in Koblenz, Mainz oder Düsseldorf, hier wird strikt zwischen Helau und Alaaf unterschieden. Letzteres will hier keiner mehr hören, andernfalls ernten Sie schnell böse Blicke.

https://www.sat1.de/ratgeber/karneval/faschingszeit/helau-und-alaaf-bedeutung-der-narrenrufe

Mit dem Höhepunkt der närrischen Jahreszeit unmittelbar vor der Tür lässt uns das keine Ruhe, besonders weil die Keimzelle des Wunschbrunne bei den Sawalonen, unseren Fastnachtern, liegt. In der Zwischenzeit wissen wir auch, dass die Unterschiede zwischen Fastnachtern und Karnevalisten doch gar nicht so groß sind. Deswegen heißt es jetzt beim Wunschbrunne auch

HELAAF!

Das ganze haben wir dann 4-farbbunt auf Shirts und Sweaties gebracht, die findet Ihr in unserem Shop hier: HELAAF

HELAAF!

Es wird ganz sicher kein Fasching und auch kein Karneval werden, wie wir ihn lieben, aber – mit Abstand – seid froh und ausgelassen, wenn Gott Jokus regiert.

Guten Rutsch!

Das ist das, was man sich eben wünscht, wenn man sich verabschiedet.

Dazu hatte ich heute noch einmal in Alzey Gelegenheit: wie ich ja berichtet habe, hat Franz seinen Flammkuchenstand abgebaut und ich habe die Spendenbox wieder in meiner Obhut.

Jetzt suche ich eine neue Lokation, wo wir in den nächsten paar Wochen prominent Spenden sammeln können, am besten mit reichlich Publikum, und das dann auch noch, so hoffe ich, mit Empathie für unser Ahrtal Projekt.

Ich überlege, komme auf dies und das, dann fällt mir die Buchhandlung Machwirth ein, da habe ich vor kurzem meinen Ansel Adams Kalender für 2022 bestellt. Die Fotografien von AA liebe ich, seit ich das erste Mal im Yosemite Park war und dort die Ansel Adams Gallery besucht habe, seither hängt der Kalender jedes Jahr in der Küche.

Die Buchhandlung Machwirth ist in Alzey sozusagen Hotspot für Leseratten, im Oktober ist sie vom Rossmarkt in die Antoniter Straße umgezogen und großzügig werden dort die Bücher präsentiert (es gibt eine schöne Ecke mit Lesestoff zu Rheinhessen, geht mal schauen!).

Susanne ist die Geschäftsführerin, gefühlt kennen wir uns schon ewig, sind aber nur 40 Jahre oder so. Sie schreibe ich an und frage, ob die Möglichkeit besteht, unsere Box in der Buchhandlung aufzustellen.

“Wir finden einen Platz für die Spendenbox” ist die umgehende Antwort.

Ich freue mich wie ein Schneekönig, heute mache ich mich auf und liefere die Box ab. Leider ist Susanne nicht da, die freundliche Mitarbeiterin nimmt die Box entgegen und ich weiß sie gut untergebracht.

Die Box reist weiter!

Jetzt könnt ihr bis Ende Januar beim Bücherkauf für den Wunschbrunne e.V. spenden. 2 Fliegen mit einer Klappe mal wieder, also dem Kopf und der Seele ein gutes Buch gönnen und dann noch etwas Gutes tun…

An Susanne und das Team der Buchhandlung Machwirth: nochmals Danke, einen guten Rutsch und selbstverständlich ein erfolgreiches 2022!

Das war es dann mit meinen Wunschbrunne Aktivitäten in 2021, ich fahre nach Saulheim, da muss ich noch auf den Wertstoffhof.

In der Zwischenzeit geben sich die Altenburger bei Werner die Klinke in die Hand, Nähmaschinen, Handtuchheizung und Fernseher sind abgeholt, der Rest geht dann auch noch weg.

Und jetzt auch dem Rest der geneigten Leserschaft: Danke für jede Unterstützung, einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr dann!

Unverhofft kommt oft.

So sagt man und so sitze ich doch schon wieder im Bus von Alex auf dem Weg nach Altenburg.

Simon hat uns eine Schlafcouch gespendet, die musste aber bei ihm weg, Jens hat noch eine Single-Küche, einen Küchenunterschrank und mittlerweile 3 Nähmaschinen besorgt, von Holger kamen noch ein Flachbildschirm, eine kleine Stereoanlage, ein Deckenfluter und etliches andere dazu. Den Radiator hatte ich ja Heiligabend in der Bastelbude getestet, der geht prima. Für Sandra hatte ich noch einen Kondenstrockner und ein neues Handy für die Mutter dabei.

Den Transporter voll gemacht und auf nach Altenburg, bei Koblenz heftiger Regen, der Rest von der Fahrt war entspannt. Unterwegs ruft mich dann Sandra an, sie muss zum Zahnarzt und ist wahrscheinlich nicht in Altenburg, aber zwei Handwerker von der Bergstraße sind da und helfen mir sicher auch.

Also in die Kreuzberger Straße und da sind die zwei, Ruckzuck ist der Trockner in der Garage und auch das Handy ist sicher abgegeben. Ich schaue mich dann etwas um, und hier geht es mit riesigen Schritten voran. Der Kellerdecke, die entfernt werden musste, ist wieder drin. Im Moment ist die Firma Helfrich mit Heizung und Sanitär beschäftigt, die sind auch schon kurz vor der Fertigstellung.

Die Kellerdecke ist wieder drin, Heizkörper stehen bereit.

Neben der Baustelle bei Sandra und Achim kümmern sie sich auch noch um ein kleines Cafe in Bad Neuenahr und eine Familie in Altenahr. Chapeau, ihr rockt da wirklich!

Bergsträßer Unternehmen helfen im Ahrtal

Die beiden schlafen in dem Container vor dem Haus, wir hatten dann noch ein interessantes Gespräch und ich konnte einiges über die Aktion erfahren: Die Bergsträsser Unternehmen stellen ihre Mitarbeiter kostenlos zur Verfügung und das Material finanzieren sie mit Spenden. Tolle Aktion! Schaut mal bei denen vorbei und lasst ein Like da: https://www.facebook.com/bergstrassehilftahrtal

Ich fahre dann weiter zu Vera und Werner, da wird der Rest entladen, Werner kümmert sich um die Verteilung. Bei ihm höre ich von MOSELkrampen hilft Altenahr, dort erfüllen Wunschelfen mit viel Engagement Wünsche aus dem Tal. Ein fettes Like wert: https://www.facebook.com/SSVMosellandErnst

Als der Wagen leer ist, schaue ich noch kurz bei Frank und Horst vorbei, dort baut das Rote Kreuz gerade die Lichtgiraffe ab, auch der Generator wird abgeholt. Mist, zumindest auf den Generator hat Frank sich verlassen. Da muss nach einer stabilen Lösung gesucht werden, ich drücke Frank die Daumen, das wird.

Eigentlich wollte ich auf dem Heimweg wieder durch den Tunnel fahren, die letzte Fahrt über die B267 hat mich doch sehr beeindruckt. Allerdings wird in Altenahr ein Haus abgerissen und die Zufahrt ist mit schwerem Gerät blockiert. Also wieder den üblichen Weg heim, da bin ich auch schneller wieder da.

Am Abend fahre ich dann zu Franz auf den Alzeyer Weihnachtsmarkt, der baut morgen seinen Stand ab und braucht dann den Bus. Ich nutze den Besuch für einen letzten Flammkuchen mit Gliehwoi. Der Weiße ist leider schon alle, ein Roter tut es aber auch. Bei der Gelegenheit übergibt er mir dann die Spendenbox, darin sind ganze 231,42 €, die werden auf 250 € aufgestockt.

Dankeschön, Franz!

Franz hat auf Facebook von unserem Aufruf nach Nähmaschinen gelesen, die sollen wir davon besorgen. Wird gemacht! Der Heimat Aufsteller passt gut zu unserem Thema, die meiste Dekoration ist aber schon weg…

Ich verabschiede mich dann, nicht ohne noch eine Stimmung vom Rossmarkt einzufangen. Eine neue Stelle für die Spendenbox suche ich dann.

Max grüßt nochmal vom Weihnachtsmarkt.

Das war es jetzt aber wirklich für dieses Jahr aus Altenburg, im Januar geht es dann dort ganz sicher weiter! Guten Rutsch schon mal!

Frohe Weihnachten!

Jetzt ist also schon der 1. Weihnachtsfeiertag 2021, Heiligabend ist schon Geschichte.

Gestern war ein Heiligabend mit den gewohnten Ritualen: am Vormittag mache ich mich als Weihnachtself auf und verteile die Weihnachtsgrüße auf dem Rathausplatz. Dieses Mal gibt es zu den Grüßen einen selbst gebastelten goldenen Christbaum. Von Foxens gegenüber weiß ich, dass der direkt an den Baum gehängt wurde.

Weihnachtsgruß

Die Wanderungen mit Klaus und Dieter an Heiligabend gibt es schon lange nicht mehr und am Nachmittag muss ich nochmal in den Bastelraum, bei einer Holzdose hatte ich den Deckel falsch berechnet und jetzt muss ich das korrigieren. Von Holger habe ich noch einen Radiator, der geht nächste Woche an die Ahr. Den habe ich mir eingeschaltet und hatte es so gemütlich warm.

Abends dann die ganzen Weihnachtsgrüße lesen, die meisten kommen ja mittlerweile elektronisch per Mail, SMS, Facebook oder WhatsApp.

Darunter dann auch ein Gruß von Jens mit der Bitte: “Kannst Du mal einen schönen Text mit Weihnachtsgrüßen vom Verein an Altenburg schreiben?”

Ich schreibe zurück: “Mache ich, aber morgen.”

Und so sitze ich jetzt hier und versuche einen sinnvollen Text zusammenzustellen. Im Radio hat Malu Dreyer gestern erzählt, dass sie vor kurzem durch das ganze Ahrtal gefahren ist, wie ihr die überall präsenten Weihnachtsbäume aufgefallen sind und ihr als Zeichen der Zuversicht erschienen sind.

Überall: Christbäume!

Wahrscheinlich, denke ich mir, ist sie dabei auch durch den Tunnel bei Altenahr gefahren, so wie ich bei der Heimfahrt letzte Woche. Dabei kam es mir genauso vor, die festlich geschmückten Bäume stehen so ganz in hoffnungsvollem Kontrast zu den immer noch sichtbaren Zeugen der Katastrophennacht.

Dabei merkte ich, dass ich so langsam meine eigene Sichtweise auf das Ahrtal entwickelt habe. Schon bei meinem ersten Besuch im Tal habe ich soviel Zerstörung gesehen und mich mit der Zeit ein wenig daran gewöhnt, mittlerweile scanne ich mit den Augen und Ohren eher nach Zeugen für den Fortschritt auf dem Weg zur Normalität.

Das fällt mir immer besonders auf, wenn mich jemand zum ersten Mal in das Tal begleitet: Ein Ahrtal-Rookie sieht ja erst mal nur die kaputten, schmutzigen Häuser ohne Fenster und ohne Putz oder die provisorischen Straßen, ein Anblick, den man sich mitten in Deutschland wirklich nicht vorstellen kann. Ich sehe dann den Schreck in deren Augen, wenn realisiert wird, was in der Horrornacht Schreckliches passiert sein muss und was die Menschen erlebt haben. Was sich jedoch nicht automatisch erschließt, ist aber, was bereits Unglaubliches geleistet wurde.

Weihnachtsgruesse

Und da komme ich jetzt zu meinem Weihnachtsgruß: ich denke, wenn ich eins wünschen kann, dann ist es, die Hoffnung nicht aufzugeben und die Zuversicht nicht zu verlieren. Das ist es, was ich den Bewohnern von Altenburg, aber auch dem ganzen Tal, von ganzem Herzen wünsche!

Ich hoffe auch, ihr könnt ein wenig ausspannen und die Batterien wieder aufladen, damit es bald mit dem Wiederaufbau weiter gehen kann. Wir vom Wunschbrunne helfen gerne dabei und sind stolz auf die DankbAHRkeit, die wir von Euch erfahren. Die hüten wir wie einen Schatz in unseren Herzen!

Im Namen vom Wunschbrunne wünsche ich

Frohe Weihnachten!

und darf sagen: Bis bald!